Energieeffizienz: Das sollten Unternehmen wissen

Energieeffizienz

Mal unter uns: Wie stehen Sie zu dem Thema Energieeffizienz? Denn viel zu häufig wird es als reines Instrument für die Schaffung eines grünen Unternehmensimages verstanden. Doch Energieeffizienz kann noch viel mehr, denn in vielen Gewerbe- und Industriebetrieben ist sie ein wichtiger Wirtschafts-Faktor. Mit den richtigen Maßnahmen kann eine hohe Energieeffizienz dabei helfen, die Betriebs- und Produktionskosten nachhaltig zu senken und gleichzeitig wichtige Punkte im Wettbewerb gut zu machen. Wie das in 4 einfachen Schritten funktioniert, zeigen wir Ihnen im folgenden Beitrag.
 
 

1) Den eigenen Energieverbrauch kennenlernen

Wahrscheinlich wissen Sie ganz gut, wie viel Energie Sie in Ihrem Unternehmen verbrauchen. Denn das teilt Ihnen Ihr Energieversorger zuverlässig immer dann mit, wenn er sie von Ihnen bezahlt haben möchte. Aber wissen Sie auch wann und wofür Sie diese Energie im Detail verbrauchen?

Eine genaue Kenntnis über den eigenen Energieverbrauch ist die erste Voraussetzung für eine hohe Energieeffizienz in Ihrem Unternehmen. Denn nur, wenn Sie wissen wann und wo Sie wie viel Strom oder Wärme verbrauchen, können Sie auch eine Aussage darüber treffen, ob Ihr Verbrauch hoch oder niedrig ist.

Um den eigenen Energieverbrauch kennenzulernen, sollten Sie im ersten Schritt relevante Verbraucher finden und diese nach deren Nutzung in Gruppen zusammenstellen. Für einen produzierenden Betrieb mit Büro- und Verwaltungsräumen, könnte die Beleuchtung der Büroräume zum Beispiel eine erste Gruppe sein. Denn in der Regel unterliegt der gesamte Bereich einem ähnlichen Nutzungsverhalten.

Sind alle Verbraucher je einer Nutzungs-Gruppe zugeordnet, sollten Sie im zweiten Schritt die Verbrauchswerte dieser Einheiten messen und dokumentieren. Aussagekräftige Ergebnisse erhalten Sie dabei aber nur, wenn die Verbrauchsmessungen in geeigneten Abständen und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Eine Alternative zur recht aufwendigen, manuellen Messung, bieten digitale Energiemonitoring-Lösungen.

Im Ergebnis der Messungen, egal ob manuell oder mit Software-Unterstützung, erhalten Sie einen sogenannten Lastgang, ein genaues Profil für den Energieverbrauch in Ihrem Unternehmen.

 

2) Den Energieverbrauch bewerten

Der ermittelte Lastgang lässt allein aber noch keine Aussage über Ihre Energieeffizienz zu. Denn die Werte, die je nach Detailgrad der Messung zum Beispiel stündlich, täglich oder wöchentlich in einer Grafik zusammengestellt sind, stehen noch in keinem Verhältnis. Ähnlich einem EKG im Krankenhaus, müssen die gemessenen Werte spezifisch auf Ihr Unternehmen hin bewertet werden.

Möglich wird das durch die Bildung von Kennzahlen, die die Messdaten mit spezifischen Werten aus Ihrem Betrieb ins Verhältnis setzen. Übliche sind dabei zum Beispiel Größen wie Ihre Produktionsmenge oder die Anzahl der Beschäftigten in Ihrem Unternehmen.

Die zugehörigen Kennzahlen wären denn:

  • Der Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten
  • Der Energieverbrauch je produziertes Gut
  • Der Energieverbrauch je Beschäftigten

Im Vergleich zu branchenüblichen Werten lassen diese spezifischen Kennzahlen nun eine Aussage über die Energieeffizienz in Ihrem Unternehmen zu.

 

3) Einsparpotentiale erkennen und Maßnahmen definieren

Im nächsten Schritt werden die ermittelten Kennwerte genutzt, um mögliche Einsparpotenziale zu finden und ein passendes Maßnahmenkonzept zusammenzustellen. Je nach Unternehmen können die einzelnen Maßnahmen dabei zum Beispiel in folgenden Bereichen liegen:

  • Beleuchtung
  • Kühlung/ Klimatisierung
  • Lüftungsanlagen
  • Bürotechnik
  • Elektromotoren
  • Druckluft
  • Ur- oder Umformprozesse

Mit den detaillierten Verbrauchswerten können kompetente Energieberater an dieser Stelle treffsichere Aussagen über die zu erwartenden Investitionen und deren ROI geben. In der Regel wirken sich Maßnahmen zur Energieeffizienz im Gewerbe- und Industriebereich sofort spürbar auf die Verbrauchskosten aus.

 

4) Maßnahmen Umsetzen und die Erfolge messen

Nach der Umsetzung der Maßnahmen hilft das einmal eingerichtete Energie-Monitoring dabei, die tatsächlichen Erfolge nachweisbar darzustellen oder einzelne Anlagenteile durch verschiedene Einstellwerte zu optimieren. Auch Einsparungen, die auf einfachen Änderungen der Verhaltensweise Ihrer Belegschaft basieren, werden so sichtbar und verhelfen zu einer anhaltenden Motivation.

In vielen Regionen Deutschlands haben sich zudem Energieeffizienz-Netzwerke gegründet, die interessierte und engagierte Unternehmen zusammenführen und einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch ermöglichen. Diese Netzwerke sind eine gute Möglichkeit um neue Einsparpotenziale zu entdecken und von den Erfahrungen der Gruppe zu profitieren.

 

Alexander Rosenkranz ist Autor dieses Artikels. Er ist Gründer der Agentur energie-wortwende.de und Co-Gründer von eccuro.

Bildquelle: © emfase – Fotolia.com

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