Wann brauche ich Betriebliche Umweltkennzahlen im Unternehmen?

Funktionen UmweltkennzahlenUmweltkennzahlen spielen eine wichtige Rolle im Ökocontrolling. Für Unternehmen, die diese Form des Controllings bereits umgesetzt haben, sind Umweltkennzahlen daher sicher kein Fremdwort. Doch wie verhält es sich bei Unternehmen, die über kein Ökocontrolling verfügen? Wir zeigen Ihnen sieben Vorteile, die Sie durch die Einführung von Umweltkennzahlen in Ihr Unternehmen realisieren können und helfen Ihnen auch bei der Bildung der Kennzahlen.
 
 
 

Umweltkennzahlen – Was ist das?

Umweltkennzahlen verdichten umfangreiche Umweltdaten auf eine überschaubare Anzahl aussagekräftiger Schlüsselinformationen. Zum Beispiel kann der Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen am jährlichen Gesamtenergieverbrauch (Strom und Wärme) durch eine solche Kennzahl ausgedruckt werden. Mit Hilfe der Umweltkennzahlen können konkrete Umweltziele gebildet, umgesetzt und dargestellt werden. Liegt beispielsweise der Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen bei 40 % im Jahr 2015, kann das oberste Management einen Anteil von 60 % für das kommenden Jahr als Ziel beschließen.
Die Umweltkennzahl können in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen gebildet werden. Sie unterstützen das Management bei der Ist-Analyse, sowie bei der Entwicklung von Ziel-Szenerien. Durch eine regelmäßige Betrachtung der Umweltkennzahlen lässt sich die Erreichung der zuvor gesteckten Ziele leicht überprüfen.

Die Verwendung von Umweltkennzahlen ist für jedes Unternehmen sinnvoll, das seine Umweltleistung erfassen und nachhaltig verbessern möchte. Der Aufwand für die Einführung und Umsetzung geeigneter Umweltkennzahlen ist relativ gering – der Nutzen ist dafür umso höher.
 

7 Vorteile für Unternehmen

Folgende sieben Vorteile bringen Umweltkennzahlen im Unternehmen mit sich:

  • Die Umweltleistung der Unternehmen wird klar abgebildet und kann zielgerichtet verbessert werden.
  • Kostentreiber im Unternehmen werden identifiziert.
  • Vergleichsmöglichkeiten zwischen Abteilungen und Standorten werden geschaffen.
  • Die Mitarbeiter werden fürs Umweltmanagement sensibilisiert und mit einbezogen.
  • Das Bewusstsein für Umweltauswirkungen von Arbeitsprozessen wird gestärkt.
  • Die Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsbemühungen wird ebenfalls gestärkt.
  • Schaffung einer Vorbildfunktion für andere Unternehmen und Organisationen.

 

 Der Auswahlprozess geeigneter Umweltkennzahlen

Nicht jede Kennzahl, die im Unternehmen gebildet wird bringt automatisch einen Mehrwert. Abhängig vom Tätigkeitsfeld, Größe und Standort des Unternehmens bieten sich unterschiedliche Kennzahlentypen an. Im Hinblick auf die umweltrelevanten Bereiche im Unternehmen liefert das Umweltmanagementsystem EMAS  eine sinnvolle Eingrenzung. EMAS definiert die sechs Schlüsselbereiche Energieeffizienz, Materialeffizienz, Wasser, Abfall, Biologische Vielfalt und Emissionen und gibt zudem nützliche Umweltkennzahlen zu den Bereichen vor.

Die endgültige Auswahl von Umweltkennzahlen für das Unternehmen ist ein mehrstufiger Prozess. Dabei ist eine kritische Betrachtung der gebildeten Kennzahlen äußerst ratsam. Die folgende Abbildung zeigt, worauf bei der Auswahl geeigneter Kennzahlen geachtet werden sollte.
 
Auswahl Umweltkennzahlen

Die Klassifizierung der Umweltkennzahlen

Es gibt zwei Klassen von Umweltkennzahlen: Die Umweltzustandskennzahlen und die Umweltleistungskennzahlen.

Eine Umweltzustandskennzahl gibt an, in wie fern ein betrachtetes Medium belastet bzw. beeinflusst ist. Ein Beispiel für eine Umweltzustandskennzahl ist die Konzentration von Schadstoffen pro Kubikmeter Luft. Mit dieser Kennzahl wird also der Ist-Zustand abgebildet.

Die Umweltleistungskennzahlen stellen den Einfluss der Aktivitäten eines Unternehmens dar, welchen das Unternehmen auf die Umwelt hat oder haben könnte.

Zur besseren Abgrenzung werden die Umweltleistungskennzahlen zudem in Operative- und Managementleistungskennzahlen unterteilt.

Die operativen Leistungskennzahlen bilden den Umwelteinfluss sämtlicher Unternehmensaktivitäten ab, die im unmittelbaren Zusammenhang zum Betriebszweck stehen. (Beispiel: Wie viel Energieeinsatz wird pro Produkteinheit benötigt?)

Die Managementleistungskennzahlen bilden die Umwelteinflüsse der unternehmerischen Aktivitäten mit langfristiger Auswirkung für das Unternehmen ab. (Beispiel: Kennzahl zur Vermeidung von Umweltverschmutzung durch Abfallrecycling – Entscheidung hierfür fällt im Management).

Die Unterscheidung der Kennzahlen hilft dabei, die Zuständigkeiten und den tatsächlichen Einfluss der einzelnen Unternehmensbereiche klar Abzugrenzen.

Jedes Unternehmen kann von der Bildung und Einführung von Umweltkennzahlen profitieren. Für Geschäftsführer, die die Umweltleistung ihres Unternehmens sichtbar machen möchten, empfiehlt sich die Einführung passender Kennzahlen. Wenn Sie geeignete Umweltkennzahlen für Ihr Unternehmen benötigen, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unseren Artikel Die Voraussetzungen für geeignete Umweltkennzahlen. Hier lesen Sie, was Sie bei der Erstellung der Kennzahlen zu beachten haben.

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